{"id":299,"date":"2018-02-20T07:14:25","date_gmt":"2018-02-20T06:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.thurnhuber.de\/wp\/?p=299"},"modified":"2018-04-05T13:49:40","modified_gmt":"2018-04-05T11:49:40","slug":"die-leere-tasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thurnhuber.de\/wp\/?p=299","title":{"rendered":"Die leere Tasse"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-300 size-full\" src=\"https:\/\/www.thurnhuber.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/teeglas.jpeg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/www.thurnhuber.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/teeglas.jpeg 400w, https:\/\/www.thurnhuber.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/teeglas-300x157.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Eines Tages kam eine Sch\u00fclerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann geh\u00f6rt, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte. Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr B\u00fcndel geschn\u00fcrt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fu\u00dfmarsch gekostet hatte.<\/p>\n<p>Als die junge Frau beim Meister ankam, sa\u00df der im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Sie begr\u00fc\u00dfte ihn \u00fcberschw\u00e4nglich und erz\u00e4hlte ihm, was sie schon alles gelernt hatte. Dann bat sie ihn, bei ihm weiterlernen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Der Meister l\u00e4chelte freundlich und sagte:<br \/>\n<strong>&#8222;Komm in einem Monat wieder.&#8220;<\/strong> <!--more--><\/p>\n<p>Von dieser Antwort verwirrt, ging die junge Frau zur\u00fcck ins Tal. Sie diskutierte mit Freunden und Bekannten dar\u00fcber, warum der Meister sie wohl zur\u00fcckgeschickt hatte. Einen Monat sp\u00e4ter, erklomm sie den Berg erneut und kam zum Meister, der wieder Tee trinkend am Boden sa\u00df.<\/p>\n<p>Diesmal erz\u00e4hlte die Sch\u00fclerin von all den Hypothesen und Vermutungen, die sie und ihre Freunde dar\u00fcber hatten, warum er sie wohl fortgeschickt hatte. Und wieder bat sie ihn, bei ihm lernen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Der Meister l\u00e4chelte sie freundlich an und sagte:<br \/>\n<strong>&#8222;Komm in einem Monat wieder.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Es war also nach vielen vergeblichen Versuchen, dass sich die junge Frau erneut aufmachte, um zu dem Meister zu gehen. Als sie diesmal beim Meister ankam und ihn wieder Tee trinkend vorfand, setzte sie sich ihm gegen\u00fcber, l\u00e4chelte und sagte nichts.<\/p>\n<p>Nach einer Weile ging der Meister in seine Behausung und kam mit einer Tasse zur\u00fcck. Er schenkte ihr Tee ein und sagte dabei:<br \/>\n<strong>&#8222;Jetzt kannst du hier bleiben, damit ich dich lehren kann.<\/strong><br \/>\n<strong> In ein volles Gef\u00e4\u00df kann ich nichts f\u00fcllen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><em>Ich konnte keinen Hinweis auf den Urheber, Verfasser bzw. Autor finden.<\/em><br \/>\n<em> Hinweise sind Willkommen!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines Tages kam eine Sch\u00fclerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann geh\u00f6rt, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte. Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr B\u00fcndel geschn\u00fcrt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fu\u00dfmarsch gekostet hatte. 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